Wein aus Portugal

Portugal ist lange so etwas wie ein vergessenes Weinland gewesen. Zum Teil hat das politische Gründe, zum Teil lag die Ursache aber auch einfach darin, dass das Land allein flächenmäßig mit dem großen Nachbarn Spanien und qualitätsmäßig noch weniger mit den Italienern oder gar den Franzosen mithalten konnte. Hand aufs Herz – wer kannte vor einigen Jahren irgendeinen anderen Wein aus Portugal als Port oder einen Rosé in einer Art Bocksbeutelflasche?

Europa als Chance zum Neubeginn

Mit dem Beitritt in die EU im Jahre 1986, begann sich das Blatt jedoch zu wenden. Nun hatte man mit einem Schlag nicht nur einen großen und interessierten Absatzmarkt, sondern nun flossen auch Investitionsmittel in das kleine Land im Süden Europas. Sowohl die einzelnen Weingüter als auch die Weinwirtschaft insgesamt stellte sich völlig neu auf. Heute verteilt sich die Anbaufläche auf elf Weinregionen mit insgesamt 29 Qualitätsweingebieten. Sie werden als „Vinhos de Qualidade Produzidos em Regiões Dertiminadas” (VQPRD) bezeichnet, die Spitzenkategorie iin der VQPRD-Kategorie nimmt die DOC ein, die Abkürzung steht für Denominação de Origem Controlada. Damit wurde ein System geschaffen, das auch Weinfreunden, die sich mit portugiesischen Gewächsen (noch) nicht auskennen, ein Bewertungssystem an die Hand gibt.

Die Zukunft ist vielversprechend

Auch wenn portugiesische Weine heute in aller Munde sind, so ist sich die Fachwelt doch darüber einig, dass das ganze Potenzial noch längst nicht ausgeschöpft ist. Portugal wird wohl noch eine ganze Weile ein Land mit großen Möglichkeiten bleiben. Das sollte freilich niemanden daran hindern, schon heute die mehr als respektablen Tropfen, die hier produziert werden, zu genießen. Im Sommer erfrischt ein spritziger Vinho Verde aus der Region Minho, der gut gekühlt serviert werden möchte. Gute Rotweine kommen gleich aus mehreren Regionen, etwa aus der Beiras, dem Alentejo und von der Algarve. Auch Sekt aus Portugal ist es wert, probiert zu werden.